Winter und unsere Vögel

 

Der Garten liegt unter einer dicken, lautlosen Schicht aus Puderzucker. Es ist diese besondere Stille, die nur frisch gefallener Schnee mit sich bringt – doch wer genau hinsieht, erkennt, dass das Leben hier alles andere als ruht.

Dank der Vorbereitungen am Vorabend, als die Futterhäuser und Silos bis zum Rand gefüllt wurden, herrscht heute Morgen bereits reger Betrieb. schon beim ersten fahlen Lichtstrahl beginnt das Spektakel. Die Vögel wissen genau, dass die Vorräte aufgefüllt sind.

Die Akrobaten :  Kohl- und Blaumeisen und Schwanzmeisen sind die Ersten. Wie kleine, gelb-blaue Blitze schießen sie aus den Hecken, krallen sich an die hängenden Futterstellen und picken in rasantem Tempo die besten Kerne heraus.

Mit aufgeplustertem Gefieder sitzt das Rotkehlchen auf einem nahen Zweig. Es wirkt wie ein kleiner, runder Federball. Es wartet geduldig, bis am Boden ein paar Krümel für es abfallen, und blickt dabei fast schon keck in Richtung Terrassenfenster.

Amseln pflügen mit großen Sprüngen durch den Schnee. Sie suchen unter den Futterhäusern nach herabgefallenen Sämereien und werfen dabei mit ihren gelben Schnäbeln den Schnee zur Seite, als gäbe es bald nichts mehr.

Die Ehrengäste (Kernbeißer): Wenn der Kernbeißer landet, halten die anderen kurz inne. Mit seinem massiven, fast schon urzeitlich wirkenden Schnabel ist er der Meister am Futterhaus. Mühelos knackt er selbst die härtesten Sonnenblumenkerne, während sein rötlich-braunes Gefieder herrlich mit dem Weiß des Gartens kontrastiert.

 

Die Handwerker (Spechte):  Ein lautes Tock-Tock-Tock kündigt den Buntspecht an. Er landet vertikal am Stamm oder direkt am Fettknödel-Halter. Mit festem Griff und stützenden Schwanzfedern hämmert er präzise auf die Nahrung ein, unbeeindruckt vom feinen Schneeriesel. Was für ein Tag.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0